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| Tipps und Hinweise für Reisende
Aus unserem Blickwinkel ist die Ukraine ein Land mit grossen Gegensätzen. Der Untergang des Sowjetsystems hat einige reich und viele arm gemacht. Besonders auf dem Land leben viele Menschen noch verhältnismässig einfach, nicht überall ist unser Komfortniveau selbstverständlich. Rechtsunsicherheit und Willkür stellten für die ukrainische Bevölkerung in der Vergangenheit ein grosses Problem dar – es ist zu hoffen, dass die Zukunft hier Besserung bringt. Beamte mögen auf uns dann und wann etwas barsch oder autoritär wirken – sie sind aber in aller Regel Ausländer/innen gegenüber durchaus korrekt und nicht mehr so korrupt wie ihr Ruf. Im Umgang mit Bedienungspersonal in Hotels, Restaurants oder Geschäften können Sie ab und zu noch auf gewisse sowjetspezifische Untugenden stossen – man lässt Sie warten oder bedient Sie nicht besonders freundlich. Bedenken Sie in solchen Situationen, dass diese Leute in einer Zeit aufgewachsen sind, in welcher der Kunde nicht unbedingt König war. Es ist wie überall sonst auf Reisen hilfreich, wenn Sie einige Mentalitätsunterschiede berücksichtigen. Dann werden Sie sich umsomehr an den positiven Dingen freuen: Die Ukrainer/innen sind sehr kontaktiv, unglaublich hilfsbereit und gastfreundlich.
Anreise,Transportmittel Die
Ukraine liegt näher als Sie glauben: Von Zürich nach Uschgorod ist es weniger
weit als nach Palermo, Madrid, Athen oder Kopenhagen. Alle „klassischen“ Reisemöglichkeiten
stehen für eine Reise nach Transkarpatien zur Verfügung. Es werden allerdings
keine Flüge direkt in die Region angeboten. Die nächstliegenden Flughäfen liegen
in Budapest oder L’viv (Lemberg). Die Anreise per Flug bietet jedoch kaum Vorteile,
denn es gibt sehr gute Zugverbindungen ab der Schweiz: Der Grenzbahnhof Chop (20
km von Uschgorod) ist ab Zürich via Wien-Budapest innert ca. 18-20 Std. erreichbar
– und zwar mit einmaligem Umsteigen! Alternativ bestehen auch Zugverbindungen
über Wien-Bratislava-Kosice. Ebenfalls über Bratislava-Kosice gibt es eine Linienbusverbindung
ab Basel/Zürich, welche sich vor allem für kostenbewusste Reisende als Alternative
anbietet. Die Anreise mit eigenem Auto ist beschwerlicher, bietet jedoch den Vorteil,
vor Ort sehr mobil zu sein. Für die Anreise per Auto sollten allerdings zwei Tage
eingerechnet werden, eine Übernachtung in Ungarn ist zu empfehlen. Bei ku:kuruz
erfolgt die Anreise aus grundsätzlichen Überlegungen mit dem Zug. Vor Ort bewegen
wir uns per Minibus – so sind wir flexibel unterwegs.
Ein- und Ausreisebestimmungen Zur Einreise in die Ukraine wird ein gültiger Reisepass benötigt. Die Visumspflicht wurde für BürgerInnen der EU und der Schweiz im Sommer 2005 aufgehoben. Die Grenze Ungarn/Ukraine ist seit 2004 EU-Aussengrenze der EU, die Kontrollen sind entsprechend gründlich. Durch den Bau neuer Grenzstationen und zügigere Abfertigung sind die Wartezeiten jedoch moderat. Bei Einreise per Zug dauert die Grenzabfertigung im Bahnhof Chop kaum länger als 30 Minuten. Beim Zoll gelten die auch bei uns üblichen Restriktionen. Ausserdem sind bei der Einreise die Devisen zu deklarieren. Bei der Ausreise gelten besonders strenge Regeln bezüglich Kunstgegenständen und Antiquitäten. Ist der Grenzübertritt erst einmal geschafft, sind ausser den sprachlichen Hürden keine weiteren Hindernisse zu erwarten. AutofahrerInnen sollten sich allerdings der Tatsache bewusst sein, dass auf die Einhaltung von Verkehrsregeln und Tempolimiten nicht weniger Wert gelegt wird, als bei uns. Insbesondere die Nulltoleranz bei Alkohol am Steuer ist eine Regel, der sich ukrainische BürgerInnen sehr diszipliniert unterziehen. Ausserdem gilt es besonders in der Nacht vorsichtig zu fahren, da oft unbeleuchtete Pferdefuhrwerke und Fahrräder unterwegs sind. Bleifreies Benzin ist entlang der wichtigsten Verkehrsverbindungen überall erhältlich.
Sprache, Verständigung In Transkarpatien wird hauptsächlich Ukrainisch
und Russisch gesprochen. Im Süden lebt eine bedeutende ungarischsprachige Minderheit.
Ausserhalb der Städte ist es oft noch nicht möglich, sich in einer Fremdsprache
zu verständigen. Englisch ist die wichtigste westliche Fremdsprache, gelegentlich
sprechen ältere Menschen ein wenig Deutsch. Das Ukrainische verwendet als ostslawische
Sprache das kyrillische Alphabet. Zur besseren Orientierung ist es in jedem Fall
empfehlenswert, sich vor der Reise mit diesem Alphabet vertaut zu machen – so
werden Sie wenigstens in der Lage sein, Ortsschilder und Richtungshinweise zu
entziffern oder Karten zu lesen. Dies alles braucht Ihnen bei einer Gruppenreise
keine Sorge zu bereiten – wir werden auf der ganzen Reise von einer Dolmetscherin
begeleitet. Es ist praktisch, wenn Sie Französisch oder Englisch verstehen, aber
selbstverständlich wird nötigenfalls auch ins Deutsche übersetzt.
Unterkunft Das Angebot an Hotels und Pensionen hat sich in den letzten zehn Jahren nur zaghaft entwickelt. In Uschgorod und Mukachevo gibt es mittlerweile ein ansprechendes Angebot. Ausserhalb dieser Städte ist es jedoch oft schwierig, Hotelunterkünfte zu finden. Eine Alternative dazu bilden Privatunterkünfte. Diese Unterbringung erfordert oft gewisse Abstriche am gewohnten Komfortniveau, bietet Ihnen jedoch im Gegenzug Einblicke in den ukrainischen Alltag – nicht zuletzt generiert sie ein bedeutendes Zusatzeinkommen für die Gastgeber. Vielleicht ist das WC nur ein Plumpsklo im Hof – aber kein Verkehrs- oder Flugzeuglärm wird Ihre Nachtruhe stören. Und wenn es dunkel wird, gibt es kaum störende Lichtquellen, welche Ihnen die Sicht auf Mond und Sterne stehlen...
Uhren und Zeit Die Uhren in der Ukraine laufen anders – im wörtlichen und im übertragenen Sinn. In der Ukraine – und somit auch in Transkarpatien – gilt osteuropäische Zeit (1 Sunde Zeitverschiebung gegenüber der Schweiz). Was jedoch vor allem ältere TranskapatierInnen nicht daran hindert, sich nach der „Budapester“ Zeit (MEZ) auszurichten... Also am besten immer nachfragen, welche Bezugszeit denn gerade gemeint ist. Auch wenn Sie sich darüber verständigt haben: Pünktlichkeit hat einen anderen Stellenwert als bei uns. Die Menschen haben Zeit und Geduld – versuchen Sie, unseren Zeitbegriff zu Hause zu lassen.
Geld und Preise Die Währung der Ukraine ist die Hryvnja. US$ und Euro sind gewissermassen „Parallelwährungen“. Sie werden oft an Stelle der Landeswährung als Zahlungsmittel akzeptiert und können überall problemlos gewechselt werden. Der Wechselkurs zum US$ liegt zur Zeit bei 5.2 (1US$=5.2 Hrv.). Andere ausländische Währungen sind jedoch noch wenig verbreitet. Es empfiehlt sich deshalb, als Zahlungsmittel US$ oder Euro mitzunehmen, Bancomat und Kreditkarte sind ausserhalb von Städten noch wenig verbreitet. Sie werden jedoch unterwegs nur sehr wenig Geld benötigen: Das Preisniveau ist für unsere Begriffe sehr tief, das Angebot in der Regel einfach und die meisten Auslagen sind ohnehin durch Ihr Pauschalarrangement abgedeckt. Tipp: Wechseln Sie für die Aufenthalte in Budapest ungarische Forint im Gegenwert von ca. 50 Fr. sowie für Transkarpatien US$ oder Euro im Gegenwert von ca. 100-200 Fr. (nicht zu grosse Scheine, am besten 5/10/20 $).
Klima, Kleidung, Ausrüstung Transkarpatien liegt nur wenig nördlicher als die Schweiz, das Klima ist aber kontinentaler: Im Sommer kann es heisser werden, die Winter sind kälter. Im Frühjahr und Herbst gehören auch warme Sachen ins Gepäck. Eine Regenjacke und gutes Schuhwerk sind unabdingbar. Vergessen Sie Ihre Medikamente nicht, falls Sie welche benötigen - es könnte schwierig sein, das Passende in Transkarpatien aufzutreiben. Stromausfälle gehören in der Ukraine zum Alltag; eine Taschenlampe kann in solchen Situationen gute Dienste leisten. Wenn Sie fotografieren möchten, nehmen Sie genügend Filme bzw. Speicherkarten mit. Diese sind zwar überall erhältlich, aber deutlich teurer als in der Schweiz. Für Wanderreisen benötigen Sie die übliche Ausrüstung (Zelt, Schlafsack, guter Rucksack).
Souvenirs, Geschenke Typische Souvenirs sind Stickereien, Korbwaren, Holzschnitzarbeiten sowie Wollteppiche und –decken. All dies wird am besten auf dem „Rynok“ (Markt) eingekauft. Auf der Reise werden Sie viel Gastfreundschaft erleben. Sich mit Geld zu revanchieren ist oft unpassend. Deshalb ist es praktisch, ein paar kleine Geschenke dabei zu haben: Beliebt sind Kaffee, Tee und Schokolade, Kleinigkeiten für die Kinder, Taschenmesser.
Essen und Trinken Die
transkarpatische Küche ist sehr vielfältig – mit ukrainischen, russischen, ungarischen,
rumänischen, slowakischen und deutsch/österreichischen Einflüssen. Die Preise
in Restaurants sind für unsere Verhältnisse ungewohnt niedrig und die Portionengrössen
oft geradezu archaisch. Essen und Trinken hat einen ganz anderen Stellenwert als
in unserer Kultur – man darf nicht vergessen, dass in Transkarpatien bis in die
Mitte des 20. Jahrhunderts oftmals Hunger herrschte. Die üppigen Mahlzeiten werden
immer durch eine Flasche Vodka begleitet und durch mehrere Trinkrunden gegliedert.
Es gehört zu den Herausforderungen eines Transkarpatien-Aufenthalts, bezüglich
des Vodkas die individuell angepasste Balance zwischen Verdauungshilfe und klarem
Kopf herauszufinden...
Reiseführer, Karten, Literatur Da weder die Ukraine in Allgemeinen noch
Transkarpatien im Besonderen Ziele des Massentourismus sind, ist das Angebot an
Reiseliteratur und Kartenmaterial eingeschränkt. Der bisher einzige deutschsprachige
Reiseführer entstand 2004 in Zusammenarbeit zwischen dem ukrainischen Reiseanbieter
turkul und ku:ku’ruz. Sie können ihn hier
bestellen.
Versicherungen ku:ku’ruz
bietet keine Versicherungen an, Versicherungen sind grundsätzlich Sache der TeilnehmerInnen.
Entscheiden Sie bitte selbst, welchen Versicherungsschutz Sie für Ihre Reise beanspruchen
möchten. Nachfolgend finden Sie dazu einige Hinweise:
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Urs Fankhauser 2005 © Serhij Steptschuk 2005 | HOME | LEITBILD | REISEANGEBOTE | TIPPS UND ANMELDUNG | BACKGROUND | BILDER | KONTAKT | ||||||||||||||||||||||||||||||||